Montag, 15. Juni 2015

Gehört: Gone Girl und Cry Baby von Gillian Flynn

„Was denkst du gerade, Amy?” Diese Frage habe ich ihr oft während unserer Ehe gestellt. Ich glaube, das fragt man sich immer wieder: Was denkst du? Wer bist du? Wie gut kennt man eigentlich den Menschen, den man liebt? 
Genau diese Fragen stellt sich Nick Dunne am Morgen seines fünften Hochzeitstages, dem Morgen, an dem seine Frau Amy spurlos verschwindet. Die Polizei verdächtigt sogleich Nick. Amys Freunde berichten, dass sie Angst vor ihm hatte. Er schwört, dass das nicht wahr ist. Dann erhält er sonderbare Anrufe. Was geschah mit Nicks wunderbarer Frau Amy?
Selten wurde so raffiniert, abgründig und brillant manipuliert wie in diesem Psychogramm einer Ehe - ein teuflisch gutes Lesevergnügen.

Ich fand dieses (Hör-)Buch mega! Super spannend und noch viel wichtiger: mit vielen sehr unerwarteten Wendungen. Mir gefällt die Aufteilung der Kapitel, es wechselt zwischen Nicks Perspektive in der Gegenwart und Tagebucheinträgen von Amy, die aber die gemeinsame Vergangenheit der beiden erzählt. Ich würde gern genau schreiben, was mir so gut gefallen hat, aber ich möchte eigentlich nichts vorweg nehmen und damit den Lesespaß verderben. ich empfehle es uneingeschränkt weiter, es ist spannend, unvorhersehrbar und unterhaltsam. Besonders das Ende kam sehr, sehr unerwartet und das mag ich besonders. Es sei soviel verraten: Am Ende geht nicht klassisch der Böse in den Knast und verrottet dort... ;)


Cry Baby ist mindestens ebenso spannend und bietet auch so einige Überraschungen: 

›Babydoll‹ steht auf ihrem Bein. ›Petticoat‹ auf ihrer linken Hüfte. ›Böse‹ findet sich ganz in der Nähe. ›Girl‹ prangt über ihrem Herzen, ›schädlich‹ ist in ihr Handgelenk geritzt. Camille Preakers Körper ist übersät mit Wörtern. Wörtern, die sie sich in die Haut geritzt hat. Das letzte Wort, das sie sich einritzte, hieß ›verschwinden‹. Danach stellte sie sich. Den Therapeuten, aber auch ihrer Vergangenheit. In ihrer alten Heimatstadt Wind Gap wurden zwei Teenager entführt und 
ermordet. Camille Preaker soll den Fall für ihre Zeitung vor Ort recherchieren. Sie findet die Dämonen ihrer Kindheit. Und die verbreiten nicht nur Angst und Schrecken, sondern töten auch.

»Dies ist ein absolut grandioser Roman. Mir grauste es vor den letzten dreißig Seiten, aber ich konnte nicht anders, ich musste umblättern. Dann, nachdem ich das Licht gelöscht hatte, merkte ich, dass die Geschichte in meinem Kopf blieb, zusammengerollt und zischend wie 
eine Schlange in einer Höhle.« Stephen King

Nachdem Camille zurück nach Wind Gap kam, erfährt man eine Menge über die zerrüttete und verstörte Beziehung zwischen Camille und ihrer Mutter Adora. Adora war nie eine Mutter für Camille und hat den Tod ihrer anderen Tochter Marian nie verkraftet. Camilles Halbschwester Emma spielt ein merkwürdiges Doppelleben zwischen kleinem Mädchen, dass mit einem Puppenhaus spielt und einer frühreifen 13jährigen, dass durch Aggressivität und einer Darbietung ihrer weiblichen Reize auffällt. Die Dorfgemeinschaft findet recht schnell einen Schuldigen für die schrecklichen Morde an zwei jungen Mädchen, John, ein hinzugezogener, denn für ein beschauliches Städtchen wie Wind Gap ist es doch viel angenehmer, wenn das Mädchen mordende Monster nicht aus ihren eigenen Reihen stammt. 

Tolle Bücher, ich werde mir den dritten Roman "Dark Places" von Gillian Flynn auch bald besorgen, sie schreibt wirklich toll.

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